Empordanesa – Katalaniens temperamentvolle Eierlegende
Entdecken Sie die Empordanesa – eine Hühnerrasse, die spanisches Flair mit praktischem Nutzen verbindet. Ursprünglich aus der katalanischen Region Empordà stammend, besticht diese Rasse durch ihr lebhaftes Temperament und ihre bemerkenswerte Legeleistung von bis zu 190 dunkelbraunen Eiern pro Jahr. Ihr charakteristischer Clavelkamm, eine seltene Kammform mit kreuzförmigem Abschluss, verleiht ihr ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Doch die Empordanesa ist keine Rasse für Einsteiger: Ihre Wachsamkeit und Flugfreudigkeit erfordern erfahrenen Umgang und sichere Unterbringung. Für Hühnerhalter, die eine aktive, soziale Legerasse mit kulturellem Hintergrund schätzen, ist sie eine ideale Wahl – sie vereint mediterrane Lebendigkeit mit zuverlässiger Produktivität, ohne dabei ihren natürlichen Charakter einzubüßen. Erfahren Sie, wie diese spanische Schönheit Ihren Stall bereichern kann.
Wirtschaftlichkeit
190 pro Jahr
Gewicht Henne
1,7-2,3 kg
Gewicht Hahn
2,4-3,0 kg
Lebenserwartung
5–6 Jahre
Fleischansatz
Mittel
Bruttrieb
Schwach
Autosexing
Nein
Haltung im Detail
Empordanesa-Hühner überzeugen durch ihr lebhaftes, waches Temperament und ihre elegante Haltung. Im Umgang mit Menschen bleiben sie stets distanziert und bauen kaum enge Bindungen auf – sie sind kein Anfängerhuhn, sondern erfordern erfahrene Halter, die ihren Respekt vor der Eigenständigkeit der Tiere verstehen. Trotz ihrer ranghohen Natur zeigen sie sich sozial gegenüber artgleichen Tieren, vertragen sich aber nur mit ähnlich aktivem Geflügel wie der Penedesenca. Ihre hohe Ausbruchsneigung durch ausgeprägte Flugfähigkeit erfordert eine mindestens 2,20 m hohe Umzäunung, da sie problemlos kleinere Zäune überwinden. Aufgrund ihrer Misstrauischkeit sind sie ungeeignet für Familien mit kleinen Kindern, doch als wache Wachhunde gegen Fressfeinde sind sie unschlagbar. Ihre Aktivität macht sie zur Belastung für träge Rassen, daher sollte die Vergesellschaftung gezielt mit bewegungsfreudigen Artgenossen erfolgen.
Haltung & Fütterung
Aufgrund des geringen Körpergewichts (Hennen 1,7–2,3 kg) sind Empordanesa-Hühner extrem flugfreudig – bereits ab 1,80 m Zaunhöhe entlaufen sie, weshalb 2,20 m absolute Mindesthöhe sind. Ihr Stall benötigt mindestens 1,20 m hohe Stangen, da sie gerne in schwindelerregende Höhen klettern. Anders als bei vielen Rassen reicht bei ihnen kein halbschattiger Auslauf: Die Hitzeempfindlichkeit erzwingt mehrere schattige Kubikmeter pro Tier (z. B. durch dichte Hecken oder Plane), besonders bei Temperaturen über 28°C. Bei der Fütterung fällt auf, dass ihre intensive Futtersuche die Futterkosten bei artenreichem Grünland um bis zu 40 % senkt – dennoch brauchen sie kalkreiche Zusätze, da sie bei magerem Grünland zu dünnschaligen Eiern neigen. Wegen der mäßigen Kälteresistenz ziehen sie im Winter zwar nicht ins Innere zurück, benötigen aber windgeschützte Außenbereiche ab -5°C.Gesundheit & Besonderheiten
Die Legeleistung von 190 Eiern/Jahr ist körperlich nur mit optimierter Ernährung zu stemmen – ohne zusätzlichen Kalk entwickeln bis zu 30 % der Eier Risse in der Schale. Ihre robuste Konstitution schützt vor typischen Atemwegserkrankungen, doch bei zu hoher Luftfeuchtigkeit zeigen sie verstärkt Federpilz. Einzigartig ist ihre physiologische Hitzeanfälligkeit: Ab 30°C reduzieren sie die Eiablage um 25 % und zeigen Atemnot. Praktischer Tipp: Installieren Sie Kühlsteine im Schattenbereich – die Tiere reiben sich aktiv daran, um die Körpertemperatur zu senken. Zudem verlieren sie bei Einstallung in kleinere Gruppen spürbar an Aktivität, was die Legeleistung negativ beeinflusst.Platzbedarf & Klimaresistenz
Stallplatzbedarf
Normal
Auslaufbedarf
Sehr hoch
Kälteresistenz
Mittel
Charakter & Verhalten
Nutzung
Legerassen, Rassehühner
Farbschläge
gelb mit schwarzem Schwanz, gelb mit blauem Schwanz, gelb mit weißem Schwanz, weiß
Charakter
aktiv, lebhaft, freundlich, sozial, wachsam, ranghoch, misstrauisch
Sozialverhalten
Sehr verträglich
Aktivität
Sehr aktiv
Lautstärke
Mittel
Flugfähigkeit
Sehr gut
Ursprung und Geschichte der Empordanesa
🇪🇸 Spanien
1928
Die Empordanesa entstand in den 1920er Jahren als typische Landrasse der katalanischen Region Empordà in Nordostspanien. Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1928, obwohl mündliche Quellen auf eine mittelalterliche Herkunft hindeuten. Maßgeblich geprägt wurde die Rasse durch die Landwirtschaftsschule Barcelona, die die ursprüngliche lokale Population systematisch weiterzüchtete. Unter den klimatischen Bedingungen der mediterranen Küstenregion entwickelte sich eine robuste Rasse mit stolzer Körperhaltung und charakteristischem kreuzförmigem Kamm („Clavel“ in katalanischer Fachsprache). Die Züchter legten Wert auf eine jährliche Eierproduktion von rund 190 Stück – für die damalige Zeit eine herausragende Leistung – sowie die auffällige rotbraune Eierschale mit gelegentlichem bläulichem Schimmer. Besonders die Gewichtsnormen (Hennen 1,7–2,3 kg, Hähne 2,4–3,0 kg) wurden bereits früh standardisiert. Die Rasse erreichte 1999 offizielle Anerkennung in Deutschland, blieb dort aber aufgrund geringer Populationen ein Exot.
Bedeutung & Moderne Entwicklung
Historisch war die Empordanesa als vielseitige Nutzrasse in der katalanischen bäuerlichen Landwirtschaft von Bedeutung, besonders durch ihre Anpassung an hitzebelastete Gebiete und geringe Futteransprüche. Ab den 1950er Jahren verdrängten Hochleistungsrassen die traditionelle Rasse zunehmend. Heute gilt sie als stark gefährdet, mit nur wenigen registrierten Zuchtbeständen weltweit. Seit den 2000er Jahren unterstützen spanische Erhaltungszuchtvereine und die Poultry Genetics Unit gezielt den Erhalt der Rasse. In Katalonien wird sie als Teil des landwirtschaftlichen Kulturerbes geschützt, wobei moderne Zuchtprogramme bewusst auf den historischen Leistungsstandard von 190 Eiern pro Jahr zurückgreifen. Die jährliche Eiqualität mit ihrer charakteristischen dunkelbraunen Färbung bleibt zentrales Identifikationsmerkmal der historischen Rasse.Bekanntheit & Status
Bekanntheit
Selten
Beliebtheit
Beliebt
Ausstellungsgeeignet
Ja
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Empordanesa-Hühner so flugfreudig und wie kann man sie am besten sicher unterbringen?
Empordanesa-Hühner sind aufgrund ihres geringen Körpergewichts sehr flugfreudig. Um sie sicher zu unterbringen, ist eine Umzäunung von mindestens 2,20 m Höhe erforderlich, da sie sonst problemlos kleinere Zäune überwinden können. Zudem sollten hohe Stangen im Stall vorhanden sein, um ihrem Bedürfnis nach Bewegung gerecht zu werden.
Wie beeinflusst die Hitze die Legeleistung von Empordanesa-Hühnern?
Empordanesa-Hühner sind hitzeempfindlich, was ihre Legeleistung beeinträchtigt. Ab 30°C reduzieren sie die Eiablage um etwa 25% und zeigen Atemnot. Um dies zu vermeiden, sollten Kühlsteine im Schattenbereich bereitgestellt werden, an denen sich die Tiere reiben können, um ihre Körpertemperatur zu senken.
Warum benötigen Empordanesa-Hühner spezielle Fütterungszusätze?
Empordanesa-Hühner neigen bei magerem Grünland zu dünnschaligen Eiern. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, kalkreiche Zusätze in ihre Ernährung zu integrieren. Zudem reduziert ihre intensive Futtersuche die Futterkosten bei artenreichem Grünland um bis zu 40%.
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