La Flèche – Eleganter Zwiehahn mit Teufelskamm
Mit ihrem charakteristischen V-förmigen Kamm, der an zarte Hörner erinnert, besticht die La Flèche durch unverwechselbaren Charme. Diese seltene französische Rasse aus dem 15. Jahrhundert vereint seit jeher Fleisch- und Legenutzung in einem harmonischen Typ. Lebhaft und wachsam bewahrt sie sich wilde Instinkte – eine Herausforderung für Patienten, die ihrer scheuen Natur mit Respekt begegnen. Nicht für Einsteiger geeignet, sondern für erfahrene Halter, die sich der Erhaltung dieses lebendigen Kulturguts annehmen möchten. Die La Flèche ist mehr als ein Nutztier: Ein Symbol für Vielfalt im Geflügelstall, das mit seiner Geschichte und Anmut Neugier weckt – und zugleich daran erinnert, wie kostbar seltene Rassen sind.
Wirtschaftlichkeit
180 pro Jahr
Gewicht Henne
2,5-3,0 kg
Gewicht Hahn
3,0-3,5 kg
Lebenserwartung
5–6 Jahre
Fleischansatz
Gut
Bruttrieb
Sehr schwach
Autosexing
Nein
La Flèche: Spezifische Haltungsbedürfnisse
Die La Flèche überzeugen durch ihre außergewöhnliche Wachsamkeit und natürliche Scheu – sie bleiben stets misstrauisch gegenüber Menschen und vermeiden Körperkontakt. Im Gegensatz zu vielen anderen Rassen sind sie nicht zähmbar und zeigen kaum Zutrauen, bleiben aber neugierig auf ihre Umgebung. Ihr hohes Aktivitätslevel äußert sich in stetigem Scharren und Futter suchen, wobei sie ausgesprochen flugfreudig sind. Ohne frühzeitiges Gewöhnen kehren sie nach Einbruch der Dunkelheit nicht selbstständig in den Stall zurück, sondern roosten stattdessen auf Bäumen. Die Hühner sind nicht aggressiv, eignen sich aber aufgrund ihrer Fluchtbereitschaft und Wildheit nicht für Anfänger. Bei der Vergesellschaftung sollten ruhige Rassen gemieden werden – sie harmonieren besser mit anderen aktiven, flugstarken Rassen wie Faverolles.
Haltung & Fütterung
Ein entscheidendes Kriterium ist die Zaunhöhe von mindestens 2 Metern, da sie problemlos über niedrige Hindernisse fliegen. Im Stall sind hoch angebrachte Sitzstangen (ab 1,20 m) Pflicht, idealerweise mit Hühnerleitern – tiefer liegende Stangen werden gemieden. Der Auslauf muss abwechslungsreich mit Bäumen oder Buschwerk gestaltet sein, um ihren natürlichen Schlafplatzbedarf zu decken. Als exzellente Selbstversorger decken sie 70 % ihres Nahrungsbedarfs durch aktives Scharren, was bei ausreichend großem Gelände Futtersparpotenzial bietet. Abends sollten sie mit Lockfutter in den Stall gelockt werden, um Flucht- und Raubtierrisiken zu minimieren. Aufgrund ihres hohen Bewegungsdrangs neigen sie nicht zur Verfettung, benötigen aber bei starkem Futterangebot im Winter gegebenenfalls eine proteinreduzierte Fütterung, um die Legenpause nicht zu verkürzen.Gesundheit & Besonderheiten
Trotz ihres delikat wirkenden Hörnerkamms sind La Flèche erstaunlich robust und wenig anfällig für Krankheiten. Der V-förmige Kamm sollte jedoch bei extremer Kälte zusätzlich vor Vereisung geschützt werden, da seine dünne Hautanlage Frostbeulen begünstigen kann. Typisch für diese Rasse ist die geringe Brutneigung (unter 30 %), sodass Eier kontinuierlich gelegt werden – Brutstimmung muss gezielt angeregt werden. Einzigartig ist ihre Fähigkeit, auch bei mittlerem Schneefall aktiv zu bleiben, solange fester Untergrund vorhanden ist. Regelmäßige Kontrolle der kräftigen Krallen ist ratsam, da sie durch das häufige Auf-Bäume-Klettern stärker abgenutzt werden als bei anderen Rassen.Platzbedarf & Klimaresistenz
Stallplatzbedarf
Normal
Auslaufbedarf
Sehr hoch
Kälteresistenz
Mittel
Charakter & Verhalten
Nutzung
Zweinutzungsrasse, Rassehühner
Farbschläge
schwarz, weiß, blau-gesäumt, gesperbert, perlgrau
Charakter
aktiv, neugierig, vorsichtig, wachsam, scheu, misstrauisch
Sozialverhalten
Verträglich
Aktivität
Sehr aktiv
Lautstärke
Mittel
Flugfähigkeit
Gering
La Flèche: Ursprung der französischen Teufelshühner
🇫🇷 Frankreich
1401
Die La Flèche-Hühnerrasse hat ihre Wurzeln in der französischen Region Sarthe, benannt nach der Gemeinde La Flèche südwestlich von Le Mans. Bereits ab 1401 wurden in dieser Gegend Tiere als „Teufelshühner“ bezeichnet, ein Name, der sich auf ihren markanten V-förmigen „Hörnerkamm“ bezog. Gezielte Zucht begann im 17. Jahrhundert, um aus ursprünglich wilden Kreuzungen von Crève-Coeur-, Schwarzen Spaniern und weiteren Regionalrassen ein schweres Fleischhuhn mit weißer Haut und hohem Schlachtkörper zu entwickeln. Die französische Zucht konzentrierte sich rein auf Leistung, während die deutsche Linie ab 1850 durch Dr. Lax aus Hildesheim gezielt auf eine elegantere Erscheinung optimiert wurde. Um 1870 kreuzte der Augsburger Züchter Julius Meyer La Flèche mit Lamotta-Hühnern, was zur Entstehung des Augsburger Doppelkamm führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt die Rasse in Deutschland als fast ausgestorben – der Hunger der Kriegsjahre hatte die Bestände dezimiert. Ab 1949 wurden systematisch Augsburger Hühner eingekreuzt, um die genetische Vielfalt wiederherzustellen.
Bedeutung & Moderne Entwicklung
Historisch war das La Flèche vor allem als wirtschaftlich rentables Fleischhuhn bedeutend, dessen weißes Hautbild bereits optisch kulinarische Qualitäten suggerierte. In Frankreich blieb es bis heute ein Symbol regionaler Landwirtschaft, während es in Deutschland nach der Wiederbelebung der 1950er Jahre zur Zweinutzungsrasse mit etwa 180 weißen Eiern pro Jahr mutierte. Heute gilt sie als gefährdete Rasse, wird jedoch durch engagierte Zuchtvereine wie den Sonderverein Haubenhühner erhalten. Ihre Renaissance verdankt sie vor allem ihrer historischen Bedeutung – nicht zuletzt als Vorläuferin des Augsburger Huhns – sowie ihrem einzigartigen, teufelsgleichen Erscheinungsbild, das bis heute bei Ausstellungen fasziniert.Bekanntheit & Status
Bekanntheit
Selten
Beliebtheit
Sehr beliebt
Ausstellungsgeeignet
Ja
Häufig gestellte Fragen
Warum gilt der V-förmige „Teufelskamm“ der La Flèche nicht nur als Zierde, sondern ist auch ein praktischer Hinweis auf ihre Gesundheit und Zuchtqualität?
Der V-förmige Kamm, oft als „Teufelskamm“ bezeichnet, ist nicht nur das auffälligste Merkmal der La Flèche, sondern unter Züchtern ein zentrales Qualitätskriterium: Bei Ausstellungen wird darauf geachtet, dass beide „Hörner“ exakt gleich lang und symmetrisch sind; Abweichungen weisen auf Zuchtmängel hin. Außerdem kann eine blasse oder verletzte Kammsubstanz auf Gesundheitsprobleme hindeuten, weshalb regelmäßige Kontrolle – besonders im Winter wegen Frostgefahr – essentiell ist.
Inwiefern sparen erfahrene Halter mit La Flèche-Hühnern tatsächlich Futterkosten, und worauf muss man dabei besonders achten?
La Flèche-Hühner decken bei ausreichendem Auslauf bis zu 70 % ihres Futterbedarfs selbst durch Scharren und natürliche Futtersuche. Das bietet ein erhebliches Sparpotenzial, erfordert aber abwechslungsreiche und strukturierte Flächen. Allerdings ist abends gezieltes Lockfüttern nötig, um die Tiere an den Stall zu gewöhnen und Raubtierrisiken zu minimieren – andernfalls übernachten sie in Bäumen und bleiben für Anfänger schwer kontrollierbar.
Wieso legen La Flèche-Hennen auch im Winter weiße Eier, und was ist bei der Brut besonders zu beachten?
Im Gegensatz zu vielen anderen Rassen legen La Flèche-Hennen ihre etwa 180 weißen Eier pro Jahr kontinuierlich, auch im Winter, da sie einen sehr schwachen Bruttrieb zeigen (unter 30 %). Das heißt: Halter müssen gezielt für Kunstbrut oder Ammen sorgen, da die Hennen kaum selbst brüten. Bruteier wiegen mindestens 60 g, bei älteren Hennen teils sogar über 70 g – eine Besonderheit bei Zweinutzungsrassen.
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